Einmal dazu entschlossen, treibt es mich voran. Es gibt so Vieles zu tun, zu klären, vorzubereiten. Auch wenn potentielle Partner – vorausgesetzt es kommt überhaupt dazu – noch anderweitig in Anspruch genommen sind, im Sommerstück z.B., gibt es jede Menge was ich alleine tun kann.
Also, was kann man tun? Nochmal das Stück vornehmen. Es ist immer noch zu lang, befürchte ich. Und ich möchte Gelbinda, der guten Fee des Nordens, etwas mehr Charakter verleihen, ihn deutlicher herausarbeiten. Sie ist herzensgut und regiert ihr Land mit Liebe. Genauso, wie sie den unterdrückten Mampflingen, und damit eigentlich der ganzen Menschheit, zu Hilfe eilt. So weit, so gut. Aber sie hebt sich damit kaum von Rothilde ab, die ihr Land mit Verstand und Güte führt.
Und genau hier möchte ich beide Figuren deutlicher voneinander abgrenzen: Während Rothilde vor allem ihr Wissen und ihren Verstand nutzt, um das Beste für ihre Schützlinge zu erreichen, tut dies Gelbinda mit dem Herzen, aus dem Bauch heraus, intuitiv. Dabei können und werden, auch für sie selbst, Überraschungen auftreten. Klar! Und genau das sollte schon aus dem Text hervorgehen. Ein bisschen wenigstens. Natürlich werden später die Schauspieler ihren Figuren selbst Leben und Charakter einhauchen. Aber, eine Figur ist, wie sie spricht.
Also: Überarbeitung, die Siebte.
Mal wieder die Eingangsszene.
Die “ausgesprochene Überraschung” ist schnell eingearbeitet, die eigentliche “Tütteligkeit” der Figur muss dann nonverbal erfolgen.
Ja, man soll es kaum glauben, auch Kürzungen konnte ich wiederum vornehmen. Es ist doch wirklich gut, wenn man den Text einige Wochen nicht anfasst und dann mit neuem Abstand überarbeitet. Natürlich ist es schwer, sich von liebgewonnenen Passagen zu trennen! Es gab einen Grund, warum man sie hineingeschrieben hat! Aber mit jeder Streichung wird der Text knackiger, fokussierter. Und das ist gut. Alles raus, was nichts zur Geschichte beiträgt!!
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Etwas Seelenbalsam war heute auch dabei. Ein Bühnenmitglied machte mir Mut und lieferte mir eine plausible Erklärung für die, sagen wir, vorsichtige Reaktion unserer Vorsitzenden. Das gab Auftrieb!
Trotzdem weiß ich nicht, woran ich bin. Und werde es die nächsten zwei Wochen wahrscheinlich auch nicht wissen.
Aber gut, Geduld ist eine Tugend.