Der große Zauberer Oz

Der weite Weg bis zur Erfüllung eines Traums



22 Feb

Still ruht der See

Montag, 22. Februar 2010, 23:09 Uhr

Zumindest im Moment.

Unter der Oberfläche gedeiht der Text. Es gibt eine neue Überarbeitung. Möglicherweise schon die Letzte. Etwas Feinschliff noch.

Ja, es ist ein riesiger Unterschied, ob man alleine am Text arbeitet, oder zu zweit. Auf einmal kommen andere Sichtweisen ins Spiel, neue Aspekte, frische Impulse. Man wird auf Punkte aufmerksam gemacht, mit denen man selbst schon nicht glücklich war, ohne sich dessen jedoch bewusst zu sein. Nun findet man viel leichter bessere Dialoge, rundere Formulierungen, da die Partnersicht es einem ermöglicht, neue Herangehensweisen zu probieren oder alte Konstrukte loszulassen.

Die erste Hälfte steht, denke ich. Die zweite Hälfte werden wir Anfang kommender Woche gemeinsam bearbeiten.

Und dann sollten wir so langsam (wieder) mit den Vorbereitungen für die Stückvorstellung beginnen.

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17 Feb

Einheizen für Textüberarbeitung

Mittwoch, 17. Februar 2010, 20:04 Uhr

Mit neuem Partner und Verschiebung des Vorstellungstermins ist ein wenig der Dampf vom Kessel. Es mag daran liegen, dass ich jetzt darauf vertraue, im Bedarfsfall den richtigen Schubs zu bekommen. Außerdem rechne ich damit, ein vorgefertigtes und bewährtes Probenkonzept herzlich anempfohlen zu bekommen, so dass ich mir gar nicht erst den Kopf darüber zerbrechen brauche.

Die Textüberarbeitung rückt nun in den Vordergrund. Da muss ich mich unbedingt dran machen! Wir treffen uns bald wieder und bis dahin sollte ich einige Passagen umgearbeitet, andere stark gekürzt haben. Einige Vorschläge liegen vor. Ich habe sie überdacht und werde sie übernehmen. Vielleicht nicht im Ganzen, aber doch die wesentlichen Grundelemente.

Ein Beispiel:
In der Originalgeschichte kommen mehrere Antagonisten ums Leben. Auch durch Einwirken unserer Protagonisten oder deren Freunde. Da ich die Geschichte von Kindheit an kenne, habe ich mir darüber nie Gedanken gemacht. Das ist so. Und gut.
Aber richtig, aus heutiger Sicht ist es tatsächlich fragwürdig, die Tötung von Feinden als Ausweg, als Lösung von Problemen darzustellen. Das ist keine gute Botschaft.

Wir werden also andere Wege finden müssen. Dabei ist wichtig, dass die Geschichte nicht unrund wird. Denn oft hängen Ereignisse mit Handlungen anderswo zusammen.
Es gibt schon Ideen. Nur geschrieben, ausgefeilt muss es werden. Und es muss wieder kurz und knackig sein.

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14 Feb

Coach wird Co

Sonntag, 14. Februar 2010, 18:53 Uhr

Durchatmen!
Es geht weiter.

Der Coach steigt ein als Compagnon – als Regisseur.
Damit dürften nun alle zufrieden sein.
Die Inszenierung ist gesichert. Nichts kann mehr schiefgehen.

Auch für mich ist das sehr vorteilhaft. Habe ich nun einen gestandenen, einen erfahrenen Regisseur an der Seite, von dem ich sehr viel lernen werde können, der ein großes Standing im Verein hat, der die Achtung vieler Mitglieder genießt. Er weiß worauf es ankommt. Er weiß wo es lang geht.

Allerdings bedeutet diese Partnerschaft auch, dass ein Großteil der Herausforderungen, die eine eigenverantwortliche Regiearbeit mit sich gebracht hätte, nun nicht auf mich zukommen werden. Zum Einen bin ich dankbar dafür. Aber es wäre sicherlich sehr spannend und lehrreich gewesen, einige dieser Erfahrungen sammeln zu dürfen.

Auch werde ich mich nun mit sehr starken Vorstellungen zu Stück und Inszenierungskonzept seitens des Partners konfrontiert sehen. Das ist gut! Nur durch die kritische Auseinandersetzung mit Texten und Ideen, sowie der Berücksichtigung der Blickwinkel Anderer kann man zu einem qualitativ gutem Ergebnis gelangen. Aber es ist auch anstrengend.
Ja, man darf gespannt sein, ob es mir gelingen wird, meinen starken Partner, sollten wir einmal nicht der gleichen Auffassung sein, zu überzeugen. Selbstverständlich werde ich auch hier selbstkritisch und kompromissbereit sein. Und ich werde, in den wesentlichen Punkten, sehr gute Argumente brauchen…

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11 Feb

Tiefschlag

Donnerstag, 11. Februar 2010, 7:10 Uhr

Das Duo wird zum Solo. Und nun ist es fraglich, ob daraus nicht sogar ein Nemo (dt. Niemand) wird.

Wie es dazu kam?
Ich weiß es nicht. Es kam auf jeden Fall überraschend.

Ich habe wohl mit meinem Elan, mit meinem Vorwärtsdrang, vielleicht auch mit meiner Begeisterung zu viel Druck ausgeübt. Habe meinen Partner überrollt, ohne es zu wollen und ohne es zu merken.
Dumm.

Nun stelle ich mir die Frage, kann das wieder passieren? Habe ich diese Wirkung auch auf Andere? Bin ich wirklich geeignet für diese Aufgabe?
Die Antwort auf diese Frage ist wesentlich!
Der Traum zerplatzt augenblicklich, ist er nur zu diesem Preis zu erringen. Er wird zum Paradoxon. Das Ziel, mit unserer Inszenierung Anderen – unserem Publikum UND unseren Vereinsmitgliedern – Freude und Spaß zu machen, löst sich auf, wenn auf dem Weg dorthin Leute auf der Strecke bleiben. Das ist es nicht wert! Das darf nicht sein.

Nun gut, vielleicht hatte ich auch keine Chance. Vielleicht gab es andere Gründe. Schließlich ist man sich nie in allen Punkten einig. Oder man hat kein identisches Grund-Konzept. Oder man unterscheidet sich in wenigen, aber doch wesentlichen Punkten. Schließlich hatten wir sehr wenig Zeit uns kennenzulernen, um uns auf die Sache einzustimmen. Vielleicht habe ich Fehler gemacht. Bestimmt habe ich Fehler gemacht. Vielleicht sind wesentliche Differenzen erkannt und konsequent darauf reagiert worden.

Ich weiß es nicht. Aber, es ist passiert.

Aber wie geht es weiter?

Ich werde es in die Hände des Vorstands legen. Meinen sie, es ist besser das Vorhaben an dieser Stelle abzubrechen, dann ist das richtig und gut so.

Sollten sie jedoch der Meinung sein, der Solo-Regisseur ist in der Lage auch allein das Team zu führen und zu motivieren, um letztendlich doch auf harmonischem Weg eine gute Inszenierung zu erreichen, dann werde ich das annehmen. Ich werde mich möglichst schnell auf die neue Situation einstellen. Ich werde nach vorne schauen, umplanen, engen Kontakt zu erfahrenen Mitgliedern und zu meinem Coach suchen.

Aber ich werde auch die Lehre, die dieser Tiefschlag mir erteilt, verinnerlichen:

Auch wenn Du einen großen Willen hast, eine große Begeisterung mitbringst, setze Andere damit nicht unter Druck.

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07 Feb

Unwägbares wagen?

Sonntag, 07. Februar 2010, 23:06 Uhr

Das Wochenende hielt Licht und Schatten bereit. Zum Einen ist es gelungen, unser Team zu bereichern. Es ist eine große Freude, wenn Leute, die man sehr gerne dabei haben möchte, so frei heraus und begeistert “Ja” sagen.

Aber es gab auch Dämpfer.

Ja, es ist schon ein mühsames Unterfangen. Wir müssen Leute finden, die sehr gut für ihre (kommenden) Aufgaben passen. Leute, die diese Aufgabe ausfüllen wollen und auch wirklich können. Vor allem aber müssen sie ins Team passen. Wie es scheint, ist das ein nicht zu unterschätzender Aspekt!
Das kann bedeuten, dass nicht jeder, mit dem ich glaube gut zurecht zu kommen, auch tatsächlich der Richtige ist. Wir, das Regieteam, werden sehr viel Zeit miteinander und mit dem Ensemble verbringen. Wenn hier von vornherein gewisse persönliche “Befindlichkeiten” hereingetragen würden, kann das die Harmonie im Ensemble und damit die zielgerichtete Arbeit an unserer Produktion stark beeinträchtigen. Das heißt, wir müssen zusätzlich berücksichtigen, wie die Keyplayer miteinander können.

Auch die Terminsituation vieler Bühnenmitglieder ist ein triftiger Hindernisgrund. Ob privater Natur oder die Beteiligung am Sommerstück, das Ergebnis ist das Gleiche: Eine Teilnahme an der Winterproduktion steht auf wackligen Füßen. Schade. Unendlich Schade.

Letzten Endes werden wir gewisse Risiken eingehen müssen. Auch wenn wir ein großer Verein sind, ist es immer schwierig, bei Besetzung von Team und Ensemble ein Optimum zu erzielen. Wir werden wohl nicht alle Vorbehalte berücksichtigen können. – Wir müssen uns auf Unwägbarkeiten einlassen.

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