Außer Arbeiten am Text passiert nicht viel. Was Probenplanung und damit auch Probenanzahl und Probenstart betrifft, muss ich mich ohnehin auf meinen Partner einstellen. Zumal er zeitlich wesentlich mehr limitiert ist, als ich. Auch hat er sehr klare Vorstellungen, wie die Probenarbeit laufen soll. Naja, mir soll’s recht sein, wenn das Ganze weniger zeitaufwendig wird…
Am Text haben wir wieder einige “kleinere” Änderungen vorgenommen. Alles Dinge, die dem Fluss zugute kommen, die die Sache rund machen. Alles Dinge, die ich gerne und bereitwillig übernommen und eingearbeitet habe.
Etwas schwerer habe ich mich mit der “Sterbeszene” getan. Hier wird die böse Hexe mit Wasser begossen, worauf sie zerfließt und sich vollständig auflöst. Begleitet wurde das ursprünglich von einem großen Lamento durch die Hexe. Jammernd und zeternd beschwört sie ihre Tragik, als große und mächtige Herrscherin von einem kleinen Mädchen vernichtet zu werden. Mit Wasser.
Der Vorschlag war nun, das Alles entfallen zu lassen, und die Erklärung, warum Wasser zur Vernichtung der Hexe führt, dem Dienstmädchen zu überlassen.
So weit so gut. Allerdings fiel es mir schwer, einen Ansatz für eine nachvollziehbare Äußerung des Dienstmädchens zu finden, ohne den ganzen Text in größerem Umfang umzubauen.
Deshalb habe ich das komplette Lamento einfach nur auf ein einziges Wort reduziert:
Wasser!
Das sagt alles. Das Ergebnis sieht man. Den Rest kann man sich denken. Und wenn nicht, auch nicht schlimm.
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Bei der Einarbeitung der ganzen Vorschläge kam mir eine szenarische Idee.
Wenn der Zauberer Oz schließlich doch die Wünsche von Scheuch, Holzfäller und Löwe erfüllt, bedient er sich “alltäglicher” Dinge aus unserem heutigen Umfeld. Ein Handy mit SD-Karte als Gehirn, eine herzförmige Pralinendose als Herz und als Mut war ursprünglich eine Cola-Flasche vorgesehen. Als optischer Gag für Erwachsene.
Aber, das würde die Botschaft “Cola macht Mut” beinhalten. Ganz abgesehen davon, dass wir keine Schleichwerbung für irgendwelche Produkte machen wollen, diese Botschaft wäre sehr fragwürdig.
Auch Alkohol, anstelle von Cola, ist wirklich keine Alternative. Und jede Art von Flasche könnte für Alkohol gehalten werden. Zu dumm.
Was aber, wenn wir eine Thermoskanne verwenden? Ein Bezug zu Alkohol oder Softtrinks ist damit vom Tisch. Erwachsene werden an Kaffee erinnert und sich beim “Brrr, wie scheußlich!” des Löwen hoffentlich darüber amüsieren.
Es darf nur keiner darüber nachdenken, wie lange sich dieser Kaffee schon in der Kanne befinden mag…